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News – Sonderformen der Netznutzung – § 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV – Atypische Netznutzung: Veröffentlichung Hochlastzeitfenster bis zum 31.10.2017

Netzbetreiber haben nach § 19 Abs. 2 S. 1 StromNEV ihren Letztverbrauchern mit einem atypischen Lastverhalten unter bestimmten Voraussetzungen ein individuelles Entgelt anzubieten.

Die atypische Netznutzung ist eine verbraucherseitige Entlastung des Bedarfs an elektrischer Energie zu bestimmten Spitzenlastzeiten von Stromverbrauchern, die so ein vermindertes Netzentgelt geltend machen können. Die Bundesnetzagentur hatte von der Ermächtigungsgrundlage Gebrauch gemacht und durch die Festlegung BK4-13739 die Kriterien der sachgerechten Ermittlung konkretisiert und damit die Genehmigung durch ein Anzeigeverfahren ersetzt.

Hauptvoraussetzung für einen verbraucherseitigen Anspruch auf individuelles Netzentgelt ist die vorhersehbar erhebliche Abweichung dessen Höchstlastbeitrags von der jeweiligen Jahreshöchstlast innerhalb der Netzebene. Atypisches Verbrauchsverhalten liegt somit vor, wenn die Zeitpunkte des maximalen Energiebezugs (Höchstlast) eines Netzkunden außerhalb der Hochlastzeitfenster liegen. Damit kommt den Hochlastzeitfenstern bei der Berechnung individueller Netzentgelte nach § 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV eine zentrale Rolle zu.

Die Hochlastzeitfenster des Netzes (Zeitraum der maximalen Netzlast) sind durch den Netzbetreiber zu ermitteln. Durch die Bundesnetzagentur wurde verbindlich festgelegt, dass die Hochlastzeitfenster durch die Netzbetreiber zum 31.10. eines Jahres für das Folgejahr zu veröffentlichen sind, wobei nach Jahreszeiten und Spannungsebenen zu differenzieren ist. Durch die Veröffentlichung wird der Letztverbraucher in die Lage versetzt, so sein Lastverhalten entsprechend zu steuern.

Bei der Ermittlung Ihrer unternehmensindividuellen Hochlastzeitfenster für 2018 unterstützen wir Sie gern. [Angebot anfordern.]

Ergänzend besteht die Möglichkeit, alle Sondervertragskunden (SVK), die ein Leistungsmaximum >100 kW haben, mit dem Hochlastzeitfenster zu vergleichen, um daraus das Reduzierungspotenzial nach § 19 Abs. 2 S. 1 StromNEV im Netzgebiet zu ermitteln. Dieses Reduzierungspotenzial kann dem Übertragungsnetzbetreiber mit entsprechendem Erhebungsbogen bereits zum 15.10. gemeldet werden; vorausgesetzt eine Berechnung erfolgt im Vorfeld dieses Termins (Prognose).

Die Prüfung atypischer NN und Prognose entgangener Erlöse nach § 19 Abs. 2 S. 1 StromNEV ist Grundlage für:

  • Prognose-Meldung des gesamten Reduzierungspotenzials (über alle Kunden, die die Bedingungen atypischer Netznutzung erfüllen) gemäß § 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV im Rahmen der Meldung zum 15.10. an den Übertragungsnetzbetreiber.

Zudem besteht die Möglichkeit, diejenigen Sondervertragskunden (SVK), die entgangene Erlöse aus atypischer Netznutzung in einem Geschäftsjahr geltend gemacht haben, nach Ablauf des laufenden Geschäftsjahres mit dem entsprechenden Hochlastzeitfenster zu vergleichen, um im ersten Quartal des kommenden Geschäftsjahres die tatsächliche Entgeltreduzierung nach § 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV zu ermitteln und so die entsprechenden Meldungen vorzubereiten (Ist-Abgleich).

Der Ist-Abgleich entgangener Erlöse nach § 19 Abs. 2 StromNEV ist Grundlage für:

  • Abrechnung zu zahlender individuellen Netzentgelte nach § 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV der überprüften SVK, wenn diese die Entgeltreduzierung angezeigt haben,
  • Ist-Meldung des gesamten Reduzierungspotenzials (über alle Kunden, die die Bedingungen atypischer Netznutzung erfüllen) gemäß § 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV im Rahmen der Meldung zum 30.06. an den Übertragungsnetzbetreiber,
  • Ist-Meldung des einzelnen Reduzierungspotenzials (der jeweiligen Kunden, die die Bedingungen atypischer Netznutzung erfüllen) gemäß § 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV im Rahmen der Meldung zum 30.06. an die Regulierungsbehörde.

Auch bei der Prüfung auf atypische NN und Prognose entgangener Erlöse nach § 19 Abs. 2 S. 1 StromNEV sowie mit dem Ist-Abgleich unterstützen wir Sie gern.

Ihre Ansprechpartner

Geschäftsführer
Dr.-Ing. Dirk Schramm
Tel.: 036847 / 54 97 - 0

Kaufmännische Leitung
B.A. Maximilian Schramm
Tel.: 036847 / 54 97 - 0

Mail: m.schramm[at]ifegmbh.de